Kategorien
Musical

Chess

Nach langer Zeit habe ich gestern endlich wieder den Weg ins Theater unter den Kuppeln gefunden. Ohne mich im Vorfeld näher mit dem Stück zu beschäftigen wurde ich positivüberrascht.

Das Stück spielt zur Zeit des Kalten Krieges und dreht sich um die Schachweltmeisterschaften zwischen einem Amerikaner und einem Russen. Neben dem Schachspiel mischen sich allerhand politische Themen in die Handlung. Zusäzulich wird dann noch eine Liebesgeschichte erzählt, die für meinen Geschmack zu erzwungen wirkte.

Man muss sagen: Die Handlung des Stückes ist ziemlich komplex und für meinen Geschmack fast schon zu viel für ein Musical. Dennoch ist das Stück toll umgesetzt, und mit etwas Konzentration lässt sich der Geschichte gut folgen.

Ein Highlight sind natürlich die Songs. Geschrieben wurde das Musical von den beiden ABBA-Mitgliedern Benny Andersson und Björn Ulvaeus, was auch in einigen Liedern deutlich zu hören ist. Die musikalische Vielfalt reicht von Rock über Pop bis hin zur Klassik und sorgt für eine Vielfalt an verschiedenen Stimmungen und tollen Tanzszenen. An manchen Stellen führt das jedoch auch dazu, dass die Übergänge zwischen einzelnen Songs etwas abrupt wirken.
Dennoch bleiben viele der Songs dauerhaft im Kopf, unter anderem wird auch One Night in Bangkok gesungen.

Alle Hauptdarsteller auf der Bühne haben ihre Rollen überzeugend gespielt und brachten in den Solo-Stücken ihre Stimmen ausdrucksstark zur Geltung. Auch das Ensemble hat großartig gespielt, unter anderem werden die Schachturniere in Tänzen dargestellt, bei denen die Darsteller die einzelnen Schachfiguren verkörpern.

Das Orchester hat großartig gespielt und einen tollen Sound erzeugt. Die Abmischung der Instrumente und auch der Sänger war wirklich gelungen, und es hat Spaß gemacht zuzuhören (Gegensatz zur Rocky Horror Show)

Einziger Kritikpunkt ist, dass bei einem der Pressemeetings im Stück die in Songform vorgetragenen Fragen des Ensembles an die beiden Schachspieler nur schwer zu verstehen sind. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob das nicht absichtlich so gewollt ist.
Man sollte bei Kritik auf diesem Niveau jedoch nicht vergessen, dass es sich hierbei nach wie vor um einen Verein handelt und die Darsteller dies nicht hauptberuflich machen und daher keine Profis sind.
Jedoch muss man sich bei Kritik auf diesem Nivou vor augen halten das es sich hier nach wie vor um einen Verein handelt und die Darsteller dies nicht Hauptberuflich machen. Angesichts der beeindruckenden Qualität von Aufführung, Musik, Bühnenbild, Licht und Effekten ist dies aber leicht zu vergessen.

Daher meine klare Empfehlung: Schaut euch das Stück an!
Bei einem Preis von 29 € für Plätze in Kategorie 1 kann man wirklich nichts falsch machen.
Tickets und weitere Infos gibt es hier.