Ich war gestern Abend im Abenteuerland,
dem Musical mit den Songs von Pur.
Um es kurz zu machen: Es war nett.
Das genauer zu beschreiben, ist gar nicht so einfach.
Es war zwar nicht schlecht, aber auch irgendwie nicht so richtig gut.
Aber fangen wir mit den positiven Aspekten an.
Das Bühnenbild ist kreativ gestaltet, wenn auch etwas spärlich. An den Wänden wie auch an der Decke hängen lauter Bilderrahmen, die alle einzeln beleuchtet sind.
Dadurch lassen sich eine Vielzahl an verschiedenen Umgebungen und Effekte schaffen, einfach durch das Ändern der Farben.
Auch der Sound war top, die Band spielte hervorragend und war gut abgemischt.
Ebenso war die schauspielerische Leistung sehr gut. Das Ensemble harmonierte beim Gesang sehr gut und die Solostimmen waren Spitzenklasse.
Kommen wir nun zum Knackpunkt des Ganzen: der Geschichte.
Grundsätzlich ist es immer ziemlich schwierig, eine Geschichte um bereits bestehende Songs zu bauen, und das klappt mal besser und mal weniger gut.
Bei Abenteuerland hat es meiner Ansicht nach eher nicht funktioniert.
Der Humor zielte stark auf ein Publikum zwischen 40 und 50 ab und fühlte sich meiner Meinung nach jetzt schon ein wenig altbacken an.
Zudem werden zu viele Geschichten gleichzeitig erzählt.
In der ersten Hälfte werden vier Liebespaare (und eine Ex) vorgestellt, die alle einen eigenen Handlungsstrang verfolgen.
Dadurch ergeben sich allein acht (Haupt-)Figuren, die man in so kurzer Zeit gar nicht näher kennenlernen kann.
Zudem versucht man dann auch noch, schwierige Themen wie Mobbing und Depressionen mit einzubinden, was aber mangels erzählerischer Tiefe gnadenlos scheitert und dadurch gezwungen wirkt.
In der zweiten Halbzeit bleibt gar keine Zeit, irgendwas zu erzählen. Es wird lediglich versucht alle angefangenen Geschichten irgendwie zum Abschluss zu bringen.
Dadurch wirkt der zweite Akt geradezu hektisch, obwohl hier die Einbindung und Übergänge zu den Songs deutlich besser sind.
Zu den Songs kann man noch sagen, dass diese zum Teil wirklich schön umgeschrieben wurden und mehrstimmig im Ensemble einen tollen Klang erzeugen. Andere hingegen haben nahezu nichts mehr mit dem Original zu tun.
Auffällig war außerdem das die bekanntesten Songs alle nur so kurz angeschnitten werden, fast wie eine Erwähnung am Rande.
Dadurch kommt die Frage auf, ob hier die Lizenzkosten zu hoch waren.
Der Stimmigste Song ist tatsächlich die Zugabe, da hier der bekannte Pur-Party-Mix gesungen wird.
Als Fazit kann man sagen: technisch und vom Schauspiel her ein wirklich schönes Musical. Mit der Geschichte und den Songs überzeugt es mich jedoch nicht.



